Geschichte

Von einer Druckerei zum Multimediakonzern

Die Familie Cuturi prägt das Medienhaus Wimmer seit Generationen – mit unternehmerischem Weitblick, Zusammenhalt und einem klaren Bekenntnis zu unabhängigen Inhalten.

Aus einer ehemaligen Druckerei entwickelte sich über die Jahrzehnte ein modernes, regional verankertes Medienunternehmen, das heute zu den bedeutendsten in Oberösterreich zählt.

Unter der Führung der Familie Cuturi (vormals Wimmer) wuchs das Medienhaus Wimmer zu einem vielseitigen Medienverbund heran, der sich der Gewinnung, Aufbereitung und Verbreitung von Information, Unterhaltung und Service über alle Kanäle hinweg widmet.

Zeitleiste

1843
1843
Josef Wimmer

Der 35-jährige Josef Wimmer übernimmt nach dem Tod seiner Frau Franziska deren Druckereigeschäft in der Herrenstraße 6 in Linz – und damit fünf Gulden Vermögen sowie 28.000 Gulden Schulden (rund zwei Millionen Euro). Mit Mut, Fleiß und Unternehmergeist legt er den Grundstein für eine beeindruckende Erfolgsgeschichte.

1865
1865

Am 1. Jänner erscheint die erste Ausgabe der Tages-Post. Josef Wimmer schafft damit den Ursprung eines der ältesten Medienhäuser Österreichs. 61 Leser abonnieren die Zeitung, ein Jahr später sind es bereits 1700 – ein frühes Zeichen wachsender Bedeutung.

1885
1885

Der begabte und erfolgreiche Sohn von Josef Wimmer führt den Betrieb etwa 50 Jahre lang – von 1885 bis 1935. Die Mitarbeiterzahl steigt auf mehr als 300. Julius Wimmer bringt
„Wimmers gelber Fahrplan“ heraus – ein Verkaufsschlager, der bis nach dem Zweiten Weltkrieg als einziger heimischer Zugfahrplan das gesamte österreichische Gebiet abdeckt.

1913
1913

1913 erreicht die Tages-Post mit 215.000 Exemplaren ihren historischen Höchststand und zählt zu den auflagenstärksten Zeitungen der Monarchie. Als meinungsbildendes Leitmedium prägt sie maßgeblich die öffentliche und politische Diskussion in Oberösterreich. Die breite Berichterstattung über regionale, nationale und internationale Themen unterstreicht ihre journalistische Bedeutung. Zugleich festigt die Tages-Post die Rolle von Linz als zentralen Medienstandort. Das Jahr markiert einen Höhepunkt kurz vor dem tiefgreifenden Umbruch durch den Ersten Weltkrieg.

1914
1914

Am 14. Juni wird eine Ges.m.b.H. gegründet. Der Hauptteil bleibt bei Julius Wimmer, daneben halten seine Tochter Grete Streit, ihr Gatte Oskar, Dr. Karl Ritter von Görner (Chefredakteur) sowie drei Direktoren kleinere Anteile. 1917 kauft Wimmer diese zurück und übergibt einen Teil davon seiner Tochter.

1938
1938

Mit dem Anschluss Österreichs an das nationalsozialistische Deutsche Reich verliert die Familie Wimmer 1938 jeglichen Einfluss auf die Tages-Post. Die Pressefreiheit wird aufgehoben, die Zeitung gleichgeschaltet und vollständig in das NS-Propagandasystem eingebunden. Redaktionelle Unabhängigkeit und journalistische Vielfalt werden systematisch unterdrückt. Für das Medienhaus beginnt damit eine der dunkelsten und einschneidendsten Phasen seiner Geschichte.

1945
1945

Am 11. Juni 1945 erscheint die erste Ausgabe der Oberösterreichischen Nachrichten. In einer Zeit des politischen und gesellschaftlichen Umbruchs steht der Neuanfang für journalistischen Mut und klare demokratische Haltung. Die Zeitung versteht sich von Beginn an als Stimme des Wiederaufbaus, der Aufklärung und der Meinungsvielfalt. Gesellschaftliche Verantwortung und unabhängiger Journalismus prägen fortan das Selbstverständnis des Medienhauses.

1953
1953

1953 kehrt die Tages-Post kurzzeitig zurück, ehe sie mit den Oberösterreichischen Nachrichten fusioniert. Die Familie Wimmer hält 74 Prozent der Anteile, Alfred Maleta 26 Prozent. Mit der Zusammenführung entsteht ein neues, zukunftsorientiertes Medienhaus. Es legt den Grundstein für eine stabile publizistische und wirtschaftliche Entwicklung in Oberösterreich.

1973
1973

1973 übernimmt Rudolf Andreas Cuturi, Sohn von Ilse Cuturi und Ururenkel des Firmengründers, die Geschäftsführung des Medienhauses. Er leitet einen umfassenden Modernisierungsprozess ein und treibt technische sowie organisatorische Innovationen voran. Investitionen in neue Produktionsverfahren und Strukturen stärken die wirtschaftliche Basis des Unternehmens. Damit führt Rudolf A. Cuturi das Medienhaus in eine neue technische und unternehmerische Ära.

1983
1983

Mit der letzten im Bleisatz gefertigten Titelseite endet 1983 ein bedeutendes Kapitel traditioneller Druck- und Handwerksgeschichte. Über Jahrzehnte prägte der Bleisatz die Zeitungsproduktion und verlangte hohes handwerkliches Können. Mit der Umstellung auf Fotosatz hält eine neue Technik Einzug. Sie ermöglicht schnellere Produktionsabläufe, höhere Präzision und erweiterte gestalterische Möglichkeiten. Ein weiterer konsequenter Schritt in Richtung moderner Zeitungsproduktion.

1990
1990

1990 nimmt das Medienhaus eine hochmoderne 48-Seiten-Rollenoffsetmaschine in Betrieb. Die neue Drucktechnologie revolutioniert die Produktionsprozesse und ermöglicht deutlich höhere Druckqualität sowie ein stark gesteigertes Produktionsvolumen. Farben, Bildschärfe und Seitenumfang erreichen ein neues Niveau. Mit dieser Investition zählt das Medienhaus zu den technisch führenden Druckbetrieben Österreichs. Der Schritt markiert einen weiteren entscheidenden Meilenstein auf dem Weg zur modernen Medienproduktion.

2003
2003

Mit der Eröffnung des neuen Druckzentrums in Pasching setzt das Medienhaus einen bedeutenden Meilenstein. Modernste Technik ermöglicht eine weitgehend automatisierte und hocheffiziente Produktion. Gleichzeitig werden ökologische Standards weiter verbessert und Ressourcen geschont. Das neue Druckzentrum steht für höchste Druckqualität und langfristige Zukunftssicherung. Es unterstreicht den Anspruch des Medienhauses, technologische Innovation und Verantwortung zu verbinden.

2017
2017

Der neue Newsroom nimmt im Zentrum von Linz seinen Betrieb auf, die OÖNachrichten übersiedeln in die Promenaden Galerien, die auf dem Areal der alten Druckerei errichtet wurden. Die offene Architektur soll die Basis für modernen, vernetzten und multimedialen Journalismus sein.

2019
2019

2019 übergibt Rudolf Andreas Cuturi die operative Führung des Medienhauses an seine drei Söhne Gino Cuturi, Paolo Cuturi und Lorenz Cuturi. Damit übernimmt bereits die fünfte Generation die Verantwortung. Sie verbindet die gewachsenen Werte des Familienunternehmens mit Innovationsgeist, regionaler Verankerung und digitalem Weitblick. Der Generationswechsel steht für Kontinuität ebenso wie für die konsequente Weiterentwicklung des Medienhauses im digitalen Zeitalter.

2023
2023

2023 feiert das Medienhaus Wimmer sein 180-jähriges Bestehen. Seit der Gründung hat sich das Unternehmen kontinuierlich weiterentwickelt und dabei Tradition und Innovation erfolgreich verbunden. Der Rückblick zeigt eine bewegte Geschichte, geprägt von journalistischer Verantwortung, technischem Fortschritt und unternehmerischer Beständigkeit. Gleichzeitig richtet sich der Blick nach vorne – auf eine Zukunft, in der Qualitätsjournalismus, Vertrauen und regionale Verankerung zentrale Werte bleiben. Das Jubiläum steht für Kontinuität und Zuversicht in einer sich wandelnden Medienwelt.

Die Familie Cuturi

Was frühere Generationen mit viel Engagement aufgebaut haben, wird heute von der bereits sechsten Generation weitergeführt. Tradition wird mit neuen Perspektiven verbunden und so die Zukunft eines Medienhauses gestaltet, das tief in der Region verwurzelt ist und die Medienlandschaft Oberösterreichs maßgeblich prägt.

Lorenz Cuturi, Gino Cuturi, Paolo Cuturi

Rudolf Andreas Cuturi

Rudolf Andreas Cuturi